Schluss mit der Unsicherheit gefordert

Bedarf an klaren Reform-Eckpunkten – Digitalisierung kann unterstützen

Autor: Michael Reiter
Veröffentlichung: 10.12.2023

Pressekonferenz zum Deutschen Krankenhaustag: Krankenhäuser in der Krise – nutzenstarke, intuitiv nutzbare IT-Lösungen leisten Unterstützung … allerdings unter der Voraussetzung, dass Interoperabilität für den Datenaustausch und Funktionstauglichkeit im Alltag – etwa im Kontext der Telematikinfrastruktur – sichergestellt werden.

Deutscher Krankenhaustag im Rahmen der Medica 2023, im novemberlich nasskalten Düsseldorf: Reform und Finanznöte bestimmten die Diskussion. Bei den Verantwortlichen der Krankenhäuser, Vertreterinnen und Vertretern der Kostenträger sowie Akteuren und Akteurinnen aus Verbänden und Politik fand eine Aussage des zugeschalteten Bundesgesundheitsministers besondere Aufmerksamkeit. Auch die Rolle der Digitalisierung stand auf der Agenda. 

Herausforderungen durch Demografie, Personalmangel und Finanznöte bestimmen die Gegenwart und Zukunft der Versorgung. In dieser Gemengelage spielte bei der Tagung die Befürchtung, dass die enormen Kostensteigerungen zu einer „kalten Strukturreform“ führen, eine zentrale Rolle. Abhilfe sei dringend nötig, forderte unter anderem Dr. Michael Weber, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte e. V. (VLK). Nur ein Vorschaltgesetz könne auch jene Häuser aus den Finanznöten retten, die sich im Kontext der Reform als bedarfsnotwendig herausstellten. Ein detaillierter Referentenentwurf solle an die Stelle des andauernden Hin und Her der Verhandlungsphasen treten. Zielführend sei nicht ein Wettbewerb, der zu Schließungen führe, sondern ein Zusammenspiel der Akteure, unterstrich der Tagungspräsident.

Unter den zunehmenden Insolvenzen fänden sich auch bedarfsnotwendige Krankenhäuser, stellte auch Dr. Josef Düllings fest. Das Desaster finde gerade statt, so der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). In Zeiten von hoher Inflation, Tariferhöhungen und einer seit Jahrzehnten zu niedrigen Investitionsförderung beruhe diese Krise nicht auf einem Managementversagen. Die acht Forderungen des VKD-Präsidenten an die Politik reichten von der Ermittlung und Finanzierung der tatsächlichen Kosten für die Reformumsetzung über die Entbürokratisierung in Pflege und MD-Management bis zu einer tragfähigen Weiterführung der Digitalisierung nach KHZG-Förderungsablauf. Nur mit IT-Unterstützung lasse sich Effizienz in den Prozessen der Krankenhäuser und über sie hinaus herbeiführen, sagte Dr. Düllings.

Zwei Drittel der Allgemeinkrankenhäuser bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als schlecht oder sehr schlecht – dies zeigt eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). So erwarten 42 Prozent, dass sie ihr Leistungsangebot in den nächsten sechs Monaten reduzieren müssen. Die Krankenhäuser stünden also im Regen, betonte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Ingo Morell. Die Eckpunkte einer Reform, die den Bedarf in Städten und ländlichen Regionen abdecke, seien noch nicht absehbar, fügte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hinzu. Das anstehende „Transparenzgesetz“ heble die Planungshoheit der Länder aus, und die konzipierten Level böten keine Kriterien für das Kernkriterium Qualität.

"Kein Krankenhaussterben"

Kostensteigerungen und angestiegene Krankenhaus-Insolvenzen betrachtete allerdings der Bundesgesundheitsminister nicht als besorgniserregend. In seinem Online-Statement hielt Prof. Karl Lauterbach ein großes Krankenhaussterben für ausgeschlossen. Die Zahl der Krankenhäuser, die als Standorte vor dem Greifen der Reform ausscheiden, werde überschaubar bleiben. Immerhin werde der Bund bis zum nächsten Frühjahr noch einmal 3,2 Milliarden Euro an Energiehilfen bereitstellen. Außerdem erhielten die Krankenhäuser 6 Milliarden Euro für die Pflegekosten. Gemeinsam mit den Ländern arbeite das BMG an einer Reihe von Gesetzen – die auch das Ziel hätten, mit der Krankenhausreform ein Krankenhaussterben abzuwenden. Im Gegensatz zu diesen Aussagen erkannte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) angesichts der Lohnerhöhungen in den Krankenhäusern dringenden Finanz-Handlungsbedarf beim Bund. 

Nutzenstarke, intuitiv nutzbare IT-Lösungen versprechen einen relevanten Beitrag zu Transparenz, zu verbessertem Ressourceneinsatz und zur Stützung der Ergebnisqualität. Voraussetzung sei allerdings, betonte Morell, dass Interoperabilität für den Datenaustausch und Funktionstauglichkeit im Alltag – etwa im Kontext der Telematikinfrastruktur – sichergestellt würden.

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